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GMF celebrates its 40 year history and Founder and Chairman, Dr. Guido Goldman at Gala Dinner May 09, 2013 / Washington, DC

GMF held a celebratory gala dinner at the United States Institute of Peace in Washington, Wednesday May 8.

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Deal Between Kosovo, Serbia is a European Solution to a European Problem May 13, 2013

In this podcast, GMF Vice President of Programs Ivan Vejvoda discusses last month's historic agreement to normalize relations between Kosovo and Serbia.

Andrew Small on China’s Influence in the Middle East Peace Process May 10, 2013

Anchor Elaine Reyes speaks with Andrew Small, Transatlantic Fellow of the Asia Program for the German Marshall Fund, about Beijing's potential role in brokering peace between Israel and Palestine

Ein ganz normaler Präsident January 06, 2010 / Thomas Kleine-Brockhoff
Zeit


Inkompetent, naiv, schwach: Seit dem Anschlagsversuch von Detroit prügelt Amerikas Rechte auf Barack Obama ein - und verliert dabei jedes Maß.

Barack Obama kriegt seit Weihnachten Dresche, weil Amerikas Rechte glaubt, ihn ertappt zu haben. Ertappt bei der Nachsichtigkeit gegenüber Gewalttätern, überführt der Naivität gegenüber Dschihadisten und der Schwäche gegenüber Landesfeinden. Wusste man nicht längst, dass diese Linksliberalen in Wahrheit Weicheier und Warmduscher sind? Dass man denen Amerika nicht anvertrauen darf in Zeiten des Krieges? Da sprengt ein Unterhosen-Terrorist beinahe ein Passagier-Flugzeug über einer Millionenstadt, und der Präsident tritt im Urlaubs-Look vor die Kamera und nennt den Täter einen "Verdächtigen"? Da greift ein Gotteskrieger amerikanische Zivilisten feige an, und der Präsident lässt dem Angreifer das Recht zu schweigen, statt ihn als Kriegsgefangenen nach Hinterleuten befragen zu lassen? Da organisieren ehemalige Guantánamo-Häftlinge vom Jemen aus einen Anschlag, und der Präsident will weiterhin Guantánamo schließen lassen?

Es ist Material von der Sorte, wie es sich jeder Berufskritiker wünscht. Nicht nur die "Inkompetenz" der Obama-Mannschaft spüre nunmehr das Volk, schreibt der Kolumnist Charles Krauthammer, sondern das "Nichtbegreifen". Obama "kapiert den Terror-Krieg einfach nicht", klagt die Dallas Morning News. Die Antiterror-Politik sei "naiv", will der Kommentator Jack Kelly wissen. 

Durch das Fegefeuer der konservativen Kritik ist Obama jetzt schon ein Jahr lang gegangen. Zu Obamas Verbrechen zählt, dass er den Sozialismus einführte, indem er eine allgemeine Krankenversicherung durchsetzte sowie die Autoindustrie und die Finanzwirtschaft quasi verstaatlichte. Das Klimagesetz werde der nächste Akt staatlicher Bevormundung sein. Sobald er das Land verlasse, beginne er, sich für Amerika zu entschuldigen und vor den Europäern auf die Knie zu sinken. Er falle dem Verbündeten Israel in den Rücken und kuschele stattdessen mit den Arabern.

Klar, diese Kritik zeichnet eine Karikatur Barack Obamas. Sie nimmt Obama übel, dass er tut, was er angekündigt hat: das Land zu verändern. Aber das Trommelfeuer hinterlässt doch langsam Spuren. Die Zahl derer, die seine Amtsführung für erfolgreich halten, ist binnen 12 Monaten von 65 auf 50 Prozent gesunken.

Einen typischen Fall von "kognitiver Dissonanz" nennt der Kolumnist Richard Cohen das Phänomen der brutalen Obama-Kritik. Er zählt auf: "Kein einziger amerikanischer Soldat ist im vergangenen Monat im Irak umgekommen; die Arbeitslosenrate ist leicht gefallen; der Aktienmarkt beendete das Jahr mit Gewinnen; das Finanzsystem kollabierte nicht; die großen Autokonzerne kommen wieder auf die Beine." Man könnte weitermachen: Obama hat Amerika und vielleicht die ganze Welt vor der Weltwirtschaftskrise gerettet und ist nun dabei, dem Finanzmarkt neue Regeln beizugeben. Er hat seinem Land ein innenpolitsches Reformprogramm verordnet. Und er hat amerikanische Außenpolitik in neuem geopolitischen Umfeld auf eine neue konzeptionelle Grundlage gestellt. Was Deutschland seit dem Fall der Mauer versucht, hat Obama in seinem Land binnen eines Jahres erledigt. Während die Liste seiner Taten wächst, sinken seine Umfragewerte.

Obama ist wie eine Abziehfigur. Jeder kann seine eigene haben. So entstehen die unterschiedlichen Geschichten, die konkurrierenden Narrative über diese Präsidentschaft. Hätte Obama selbst nicht zugelassen, dass er zum Messias stilisiert wird, zum Erlöser der Welt, wäre die Kritik heute vielleicht nicht so harsch, so ungerecht. Aber maßlose Erwartungen führen zu schnellen Enttäuschungen. Gegenwärtig besteht die Kritik offenbar darin, dass Obama nicht durch Handauflegen den islamischen Extremismus beseitigen und die Sicherheitssysteme einer offenen Gesellschaft wasserdicht machen konnte. Am Ende ist Barack Obama wohl doch ein ganz normaler Präsident. Vielleicht sollte man anfangen, ihn entsprechend zu behandeln und zu beurteilen.

Thomas Kleine-Brockhoff ist Mitglied der Geschäftsleitung des German Marshall Fund of the United States in Washington DC.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-01/obama-kritik-rechte